Lederhosenträger auf Speed

March 29th, 2010

So nennt der Bayerische Rundfunk die Pascolini-Bande. “So wüst geht es in dieser Geschichte zur Sache, und so lakonisch und präzis ist das erzählt.”

Tjaha.

Heute abend um 23:25 in der Sendung “Lesezeichen“.

Zauberberg

March 27th, 2010

Am Montag, 20:00 Uhr, bin ich erstmals in Berlin live zu erleben: An einem überaus literarischen Ort in Friedenau, wo einst Günther Grass und Uwe Johnson zu Hause waren. Dort, in der Kundrystraße Ecke Bundesallee, gab es früher die berühmte und ehrwürdige Buchhandlung “Wolff’s Bücherei”, heute heißt sie “Der Zauberberg”, und dort werde ich übermorgen abend aus “Pascolini” vorlesen.

Lob aus Nord-Oberbayern

March 25th, 2010

“Kein geübter Vorleser” sei ich, bemängelt der Donaukurier aus Ingolstadt anlässlich meiner Lesung in Pfaffenhofen, ist ansonsten aber hoch zufrieden mit Pascolini und mit mir.

Warum Bayern?

March 20th, 2010

Das bin ich in letzter Zeit öfter gefragt worden: Warum ausgerechnet Bayern? Was haben die, was andere nicht haben?

Anstelle einer Antwort hier ein Hinweis auf die Experten vom “Nothing-for-Ungood“-Blog, die auf die Frage, warum die Amerikaner die Deutschen immer als Bayern darstellen, folgende unwiderlegbare Antwort geben:

Germans, try this experiment with me: Picture a stereotypical Bavarian. OK, done? Let me guess, you thought of either a girl wearing a dirndl or some dude with a huge mustache wearing lederhosen. Now think of a stereotypical German from Hessen. You can’t and neither can we.

Was für eine Woche…

March 20th, 2010

Die Premiere am Dienstag im Literaturhaus am Salvatorplatz war ein Fest, ein so runder, geglückter und wunderschöner Abend.

Am nächsten Morgen ist der Frühling da: Helle Sonne über München, immer noch meine Heimatstadt irgendwie, denke ich an solchen Tagen, die Vögel machen einen irren Lärm vor Freude, überall blüht es schon und vor den Straßencafés setzen sich schon morgens um 9 die Leute in die Morgensonne, da ist es noch saukalt, aber hey, keiner ohne italienische Sonnenbrille auf der Nase.

Von der Sonne beschienen

Morgens habe ich mir die FAZ gekauft und dort erfahren, dass das deutsche Feuilleton-Leitmedium Bücher wie Thomas Manns “Erwählten” heranzieht, um Pascolini vergleichend gerecht zu werden.

Ich surfe sanft durch die Straßen, getragen vom Frühlingswind, dem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk entgegen, das am Isarufer stattfinden soll, am Kabelsteg bei der Praterinsel. Armin Kratzer und ich stehen im Kiesstrand vor dem glitzernden Wasser, er fragt mich lauter Sachen und ich antworte, was mir gerade einfällt, ist mir alles wurscht, mir kann an diesem Tag sowieso nichts passieren.

Dann setze ich mich hinter der Muffathalle in die Sonne und telefoniere erst mal alle Freunde und Verwandten ab, um Begeisterungen auszutauschen.

Pfaffenhofen an der Ilm

Abends fahre ich nach Pfaffenhofen, wo ich noch nie war.

Die Buchhandlung Pesch hat den Büchertisch, wo die Pascolinis ausliegen, mit zwei kleinen schwarzen Hirschen geschmückt, genau genommen sind es Rentiere, die leicht glitzern, sie kommen aus der Weihnachtsdeko. Zwei Dutzend Pfaffenhofener kommen, um mich lesen zu hören. Ein älterer Herr erweist sich hinterher als erstaunlich kompetent in Angelegenheiten der Räuber-Kneißl-Forschung, was damit zu tun haben könnte, dass dessen heimatliche Schachermühle in dieser Gegend stand. Die wahnsinnig nette Kultur-Organisatorin Dorle Kopetzky fährt mich zum Bahnhof, wo aber überhaupt kein Zug geht und ich noch eine dreiviertel Stunde einem schlafenden Penner Gesellschaft leiste, bevor der Regionalexpress einfährt und mich nach München zurückbringt.

Das war der Mittwoch. Ein Peak in meiner Lebenskurve.

Schwitzend im Schulbus

Am Donnerstag früher Aufbruch nach Leipzig. Im Zug muss ich arbeiten, einen Artikel über bloggende Rechtsanwälte schreiben, das bremst meinen Enthusiasmus nur vorübergehend.

In Leipzig holt mich meine Frau am Bahnhof ab. Wir mieten uns zwei Fahrräder, machen noch eine Kurzeindrucks-Runde durch die Stadt und fahren dann zur Messe raus. Dort ein Interview von eher skurriler Art: Vor dem Messeeingang steht ein umgebauter US-Schulbus und davor stehen lauter schwarz angezogene Herren. Das sind die Betreiber von Erlesen.TV, auch so einer Website mit Literatur. Wir sperren unsere Räder ab, ich bekomme einen Plastikbecher mit Instant-Espresso drin, meine Frau auch, und dann geht’s los.

Ich soll was vorlesen und blättere hastig in dem Buch herum auf der Suche nach einer geeigneten Stelle, fange schließlich irgendwo an, merke, dass ich ziemlich schwitze, was teils mit der Radltour, teils mit den Scheinwerfern zu tun hat, und lese eine Stelle, die aus dem Zusammenhang gerissen überhaupt keinen Sinn ergibt. Anschließend soll ich Fragen beantworten. Fragen eins und zwei kriege ich noch hin, aber Frage drei – welche historische Persönlichkeit mich besonders beeindruckt hat – macht mich stumm. Das gilt noch mehr für Frage vier: Mit welchem Tier oder Fabelwesen ich mich identifiziere? Frage fünf geht so: Welche Frage ich schon immer mal beantworten wollte? Schließlich erbarmt sich einer der schwarz gekleideten Herren meiner Ratlosigkeit und erklärt, es gehe im Prinzip darum, dass ich hier einfach irgendwas sagen könne. Das tue ich dann, und alle sind hoch zufrieden.

16 Mann in des toten Manns Kiste

Im Foyer hat unterdessen die Preisverleihung begonnen. Von hinten sieht man nichts, also gehen wir auf die Empore. Von dort hört man nichts, also gehen wir direkt zum Stand und treffen dort meinen Lektor und die anderen Leute vom Verlag. Sie sind alle wahnsinnig nett, und es sind immer genügend davon da, dass ich mich mit jemand unterhalten kann und so den Eindruck vermeide, dass ich hier auf der Messe wie ein kontaktgestörter Felsbrocken mitten im Gewusel sitze und niemand mit mir reden will.

Abends habe ich eine Lesung im Theater FACT, einem kleinen Kellertheater mitten in der Altstadt. Leipzig liest – eine tolle Sache. Tausende von Leuten ziehen durch die Stadt, von einer Lesung zur anderen, von denen es Hunderte gibt. Sie kosten keinen Eintritt, man lässt sich vom Programmheft inspirieren und geht einfach hin.

In dem mit schwarzem Filz ausgeschlagenen Theater hat man die fünf Treppenstufen, auf denen das Publikum sitzt, oben noch um eine Stuhlreihe erweitert. Mein Tischchen steht hinten an der Wand. Von den Zuhörern, die ich durch den Scheinwerfer ohnehin nur schemenhaft wahrnehme, trennen mich gut 15 Meter.

Es kommen genau 16 Leute. Die setzen sich zumeist oben auf die Stühle. Mein Lektor, der Tapfere, spricht ein paar einführende Worte, ich lese, er fragt mich ein paar Sachen, ich antworte. Ob uns dabei irgendwer zugehört hat, weiß ich nicht. Von den 16 Leuten blieben die meisten sitzen, denn nach mir war ein lokal prominenter Comedian angekündigt.

Später stellte sich heraus, dass die Theater-Leute, ganz gegen die Leipziger Gepflogenheiten, Eintritt für die Lesung verlangt haben. Damit kann ich mich prima trösten: Klar, dass da keiner kommt.

Paulanerbier in Pilsgläsern

Abends “Absacker” des Aufbau-Verlags in einer bavaroiden Gaststätte, wo lauter in bizarre Dirndgewänder gepresste Sächsinnen uns Pilsgläser mit Paulanerbier drin bringen. Ob die Wahl dieser Örtlichkeit ein Teil der Pascolini-Promo ist, wage ich nicht zu erfragen.

Aber das Bier schmeckt gut und wir haben es lustig mit Edgar Rai und Titus Müller, der mir Spannendes aus der mir bis dato total unbekannten Welt der Rollenspiele erzählt. Später setzt sich die Gräfin Brühl zu uns, die am Vormittag die gleiche Gaudi bei Erlesen.tv erlebt hatte wie ich, und wir lästern ein wenig.

Wir schlafen aus und begeben uns dann mit dem messetypischen leisen Kopfschmerz hinter den Schädelwänden wieder zum Aufbau-Stand in Halle 5.

Nach einer Weile kommt ein Mädel vom mdr-Hörfunk und will ein Interview mit mir machen. Aber gerne! In der Halle ist es zu laut, also gehen wir raus in den Hof und finden zwischen zwei Mülltonnen ein windstilles Plätzchen. Sie erläutert mir, dass sie Zeit gefunden hatte, den Klappentext hinten auf dem Buch zu überfliegen, zumindest die größer gedruckten Buchstaben davon, und dann passiert’s: Sie fragt mich original, was denn meine Botschaft an den Leser sei. Was ich mit diesem Buch habe sagen wollen.

Ich muss mir das Interview unbedingt noch mal besorgen, denn ich habe keine Ahnung mehr, was ich auf diese Frage gestammelt habe.

Zu fünft am Vierertisch

Ich gehe zum Hanser-Stand in Halle 3 hinüber, um meine Freundin Annika Reich zu besuchen. Die ist gerade auf dem Sprung, ins Restaurant essen zu gehen, und zwar mit ihrer Lektorin sowie mit ihren Hanser-Co-Autoren Roger de Weck und Arno Geiger. Sie lädt mich ein, mich anzuschließen, was ich mit großem Vergnügen tue. In das Restaurant kommt offenbar nicht jeder Messepöbel hinein, wir aber schon, und dürfen am Ende sogar zu fünft (der fünfte bin ich) an einem Vierertisch Platz nehmen, was sonst offenbar in der Leipziger Messegastronomie very much frowned upon ist, dem Gehabe des Obers nach zu schließen.

Roger de Weck und ich unterhalten uns über Zeitungen. De Wecks Beobachtung, dass Zeitungsredaktionen im Inneren immer genau das Gegenteil sind als nach außen, finde ich ausgesprochen spannend: Der militärisch durchhierarchisierte Spiegel, die FAZ-Redakteure, die sich von überhaupt niemand was sagen lassen, die halb kaputtgesparte und total dem Diktat des Marktes unterworfene SZ usw., und ich steuere meine kleine Handelsblatt-Beobachtung bei, wonach die marktliberalen HB-Redakteure den Personalabbau im eigenen Hause doch spürbar weniger zustimmend kommentierten als solche anderenorts. De Weck ist so freundlich, mich nach meinem Buch zu fragen und ich überlasse ihm gleich das Exemplar, das ich bei mir habe. Vielleicht liest er’s. Das würde mich freuen.

Meine Bauch und eine schöne Unbekannte

Nachmittags kommt Ulrich Kühn vom NDR-Hörfunk und führt mit mir ein tolles, kluges Interview, das mir großen Spaß macht.

Irgendwann habe ich dann doch mit allen Verlagsmitarbeitern alles auch nur entfernt Besprechbare besprochen. Also gehe ich dazu über, die anderen Bücher aus dem Aufbau-Frühjahrsprogramm zu lesen, und setze mich mit einem Band Mark Twain nieder. Aber dann: Ich werde angesprochen! Eine Leserin, denke ich und springe auf. Aber nein, es ist die Mutter einer Verlagsmitarbeiterin, eine sehr nette Dame, die mir anlässlich des Hirsches auf meinem Buchcover allerhand Wissenswertes über Wildgehege auf der Insel Rügen erzählt.

Dann mein letzter Termin: Die Fotografin Brigitte Friedrich will Fotos von mir machen. Dazu gehen wir wieder raus in den Hof. Wir brauchen eine Weile, bis wir eine Pose finden, die Frau Friedrich zusagt. In der Nähe sitzt eine junge Frau und raucht, mit dem Rücken zu uns. Nach einer Weile dreht sie sich um und sagt: Das Problem sei mein Bauch, den solle ich mehr einziehen.

Sie sitzt da und sieht mich über die Schulter an, mit einem abschätzigen Grinsen im Gesicht, und genießt offenbar, dass ich da sitze mit offenem Mund und rotem Kopf und mich verwirrt frage, was mit meinem Bauch nicht in Ordnung ist, ob ich mich jetzt aufregen soll und überhaupt, was das jetzt für eine Nummer ist. Aber dann muss Frau Friedrich schon furchtbar lachen, und ich auch, und die junge Frau erhebt sich, tritt ruhig ihre Zigarette aus und geht, ohne sich noch einmal umzusehen, ihrer Wege.

Danach muss ich noch in Halle 3 zum Stand der FH Potsdam, wo unser Politikatlas-Projekt präsentiert wird. Boris Müller ist babybedingt nicht vor Ort und wird von Steffen Thiel vertreten, der zwei Dutzend non-plussed Zuhörern in zehn Minuten vier hoch komplexe Politikvisualisierungen erklärt. Ich muss überhaupt nichts sagen, schüttle Herrn Thiel noch kurz die Hand und gehe zum Aufbau-Stand zurück, und dann muss ich auch schon bald los zum Zug, den ich nur deshalb noch erwische, weil er zehn Minuten Verspätung hat (Dank an die Taxifahrerin, die trotz Stau und roten Ampeln den Mut nicht hat sinken lassen).

Zurück in Berlin kommen meine Freunde zu uns und feiern mich. Wir machen eine Flasche Chateau Latour 1983 auf, ein Hochzeitsgeschenk. Ein großes Glas, jeder darf mal trinken.

Was für ein Abend. Was für Tag. Was für eine Woche.

FAZ rühmt mein Buch

March 17th, 2010

Oliver Jungen mochte es.

Was für ein schöner Tag nach einem so schönen Abend.

Buchpremiere im Literaturhaus München

March 17th, 2010

Toll war’s, super Stimmung, super Musik, super Publikum und vielen Dank an alle, die dabei waren! Jetzt kann das ganze Ding schon nicht mehr wirklich dramatisch schief gehen.

Heute abend, für alle, die in der Gegend sind: Buchhandlung Pesch in Pfaffenhofen.

Außerdem heute: FAZ kaufen! Literaturbeilage aufschlagen!

Video-Lesung: 20 Minuten Pascolini

March 10th, 2010

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“Amüsant-kluge Gesellschaftssatire”

March 9th, 2010

Rezension auf literaturmarkt.info: Jennifer Mettenborn hat mein Roman ob seines Gegenstands offenbar etwas verwirrt, sie hat sich wohl nicht ganz frei machen können von dem Eindruck, hier würden nur lauter Oberbayerlichkeiten verhandelt. Aber dennoch ein schönes Lob.

Leipzig: Autor am Stand

March 3rd, 2010

Ich werde am Freitag, 19. März, am Stand des Aufbau-Verlags herumlungern und darauf warten, dass sich wer für mich und mein Buch interessiert. Also schaut auf jeden Fall vorbei, ich freue mich.